Das Eichhörnchen und die Einzigartigkeit

Kennt ihr das Eichhörnchen aus Ice Age? Das, das so besessen davon ist diese Nuss zu kriegen, dass es nichts anderes mehr sieht und der Nuss folgt wo immer sie hinfällt?

Genau davon handelte mein heutiges ThetaFloating ;-)

Im ThetaFloating arbeiten wir ja mit inneren Bildern; und in meinem inneren Bild sah ich 

mich mit etwas Abstand, wie ich ein Eichhörnchen war. Dieses Eichhörnchen war gerade auf einem alten, hölzernen Schiffswrack, das gestrandet war; und  aus dem Wrack sprießten die schönsten Narzissen. Aber das Eichhörnchen sah sie gar nicht. Es steckte ständig mit dem Kopf unter der Erde und sah weder den wunderschönen Sonnenschein, noch die grandiosen Blumen. Es buddelte statt dessen Löcher in den Boden und immer wenn es einen Stein fand, freute es sich: „Hey, schon wieder einen Stein gefunden! Toll!“
 
Mir ging auf, dass ich das gerade in meinem Leben mache: Ich schaue nur auf das, was nicht gut läuft, was mich behindert und sehe kaum was anderes.

Als Beobachterin machte mich das traurig und ich empfand auch Mitgefühl für das Eichhörnchen, das sich nur auf das Blockierende konzentrieren kann. Ich ließ diese Gefühle zu und strömte sie zu dem Eichhörnchen. Es hielt erstaunt inne und schaute das erste Mal was sich auf der Erdoberfläche befand. Es erblickte eine Haselnuss! Und ab ging die Jagd nach der Haselnuss! Es nahm nur noch die Nuss war und sah wieder nicht die Schönheit der Natur um sich herum.
 
Das machte mir bewusst, dass auch das Streben nach Jobs mit Renommee oder nach  Ausbildungsabschlüssen, eine genauso eingeschränkte Sicht mit sich bringt und mich behindert, das Leben zu genießen.

Wieder strömte ich meine Gefühle zu dem Eichhörnchen. Es blickte auf und sah zum Ersten Mal bewusst eine der wunderschönen Narzissen.
Neugierig und tatendurstig wie es ist, kletterte es sofort an dem Blumenstiel empor und biss in die Blume - es schmeckte widerlich! Angewidert schüttelte es den Kopf. „Aber für was soll die Blume sonst gut sein?“ dachte es sich.
Es schnupperte an ihr und nahm für einen Bruchteil einer Sekunde die Schönheit der Blume wahr - dann wurde es ohnmächtig.


Die Schönheit war zu viel für das Eichhörnchen gewesen! Es war nur Arbeiten gewohnt, aber diese Schönheit, dieser Überfluss, diese ganze Weite, das Übermaß an Möglichkeiten überforderten das Eichhörnchen total.


Als es seine Augen wieder öffnete, lag es im Inneren einer Blume – vielleicht eine Tulpe. Es war schön schattig hier, denn die Blütenblätter waren schützend über dem Eichhörnchen geschlossen. Es konnte hier ausruhen und Kraft sammeln. Und als es genug ausgeruht hatte und einen inneren Impuls verspürte auf das Abenteuer Leben, öffnete sich die Tulpe ganz von selbst. Das Eichhörnchen trat an den Rand der Blume und blickte hinaus. Es sah ein Feld von einzeln stehenden Blumen. Jede war unbeschreiblich schön und voll erblüht! Und das Eichhörnchen freute sich so, dass es von Blume zu Blume sprang, sich von jeder Blume erzählen ließ wie sie ihr Leben führte, was für eine einzigartige Idee sie in die Welt bringt. Das Eichhörnchen interessierte das alles sehr und jede Blume freute sich über die Aufmerksamkeit des Eichhörnchens und erzählte gerne.

 

Dem Eichhörnchen wurde klar: Wenn jede Blume ihre einzigartige Idee in die Welt bringt, dann bedeutet das nicht, dass sie andere damit übertrumpft, sondern dass sie eine unter Gleichgesinnten ist, die sich keine Konkurrenz machen müssen, weil sie an ihr Potenzial glauben und daran, was sie der Welt geben können!

 

Und das Eichhörnchen war sehr glücklich - und ich auch. Denn jetzt fühlte ich, wie ich meine ganze aufgestaute Energie einsetzen kann, so dass alle einen Nutzen davon haben.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Bernie Liebl (Sonntag, 10 April 2016 15:34)

    Sehr schön geschrieben!

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